Auf einer SD- oder microSD-Karte stehen oft ein halbes Dutzend Symbole: ein U mit einer Zahl, ein V30, ein A2, eine römische Eins und dazu „bis zu 200 MB/s“. Jedes Symbol beschreibt eine andere Eigenschaft. Wenn du weißt, was dahintersteckt, findest du schnell die Karte, die zu deinem Gerät passt – und zahlst nicht für Tempo, das dein Gerät gar nicht nutzen kann.
Bauform und Speicherstandard
Die Bauform entscheidet, ob die Karte in dein Gerät passt: SD für die meisten Kameras, microSD für Smartphones, Tablets, Action-Cams, Drohnen und Konsolen. Mit einem Adapter lässt sich eine microSD-Karte auch in einem SD-Steckplatz nutzen.
Daneben gibt es drei Speicherstandards, die dein Gerät unterstützen muss:
- SDHC: mehr als 2 GB bis 32 GB
- SDXC: mehr als 32 GB bis 2 TB – heute der übliche Standard
- SDUC: mehr als 2 TB bis 128 TB
Ältere Geräte lesen teilweise nur SDHC-Karten. Ein Blick in die Bedienungsanleitung zeigt, welche Kapazität dein Gerät verarbeitet.
Geschwindigkeitsklassen: das Mindesttempo beim Schreiben
Die wichtigsten Symbole geben an, wie schnell eine Karte mindestens und dauerhaft schreibt. Das ist vor allem beim Filmen entscheidend: Schreibt die Karte langsamer, als die Kamera Daten liefert, bricht die Aufnahme ab.
| Symbol | Mindest-Schreibrate | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Class 10 (C10) | 10 MB/s | Full-HD-Video, Fotos |
| U1 (UHS Speed Class 1) | 10 MB/s | Full-HD-Video, Fotos |
| U3 (UHS Speed Class 3) | 30 MB/s | 4K-Video, Serienbilder |
| V30 (Video Speed Class 30) | 30 MB/s | 4K-Video, viele Drohnen und Action-Cams |
| V60 | 60 MB/s | 4K mit hoher Bitrate |
| V90 | 90 MB/s | 8K-Video, sehr hohe Bitraten |
Die Video Speed Class gibt es zusätzlich in den Stufen V6 und V10. Welche Klasse deine Kamera braucht, steht in ihrer Bedienungsanleitung – daran orientierst du dich.
App Performance Class: A1 und A2
Die A-Klassen beschreiben nicht das Dauertempo, sondern wie schnell eine Karte viele kleine Dateien gleichzeitig liest und schreibt. Das zählt, wenn Apps oder Spiele direkt von der Karte laufen, etwa auf einem Android-Smartphone oder Tablet.
- A1: mindestens 1.500 Lese- und 500 Schreibvorgänge pro Sekunde (IOPS) bei 10 MB/s Dauertempo
- A2: mindestens 4.000 Lese- und 2.000 Schreibvorgänge pro Sekunde bei 10 MB/s Dauertempo
Ihr volles Tempo erreicht eine A2-Karte nur, wenn auch das Gerät die dafür nötigen Funktionen unterstützt. Andernfalls arbeitet sie trotzdem problemlos, nur ohne den Vorteil.
Schnittstelle: UHS-I, UHS-II und SD Express
Die römische Ziffer auf der Karte steht für die Schnittstelle, über die Karte und Gerät Daten austauschen:
- UHS-I (Symbol I): bis zu 104 MB/s – in fast allen aktuellen Geräten
- UHS-II (Symbol II): bis zu 312 MB/s, erkennbar an einer zweiten Kontaktreihe; vor allem in Systemkameras
- SD Express: nutzt PCI Express und erreicht ein Vielfaches davon; Geräte und Kartenleser müssen den Standard ausdrücklich unterstützen
Viele UHS-I-Karten werben mit 170 oder 200 MB/s. Diese Werte erreichen sie über herstellereigene Erweiterungen, und meist nur beim Lesen mit einem passenden Kartenleser. In der Kamera gilt in der Regel das UHS-I-Tempo.
Lese- und Schreibrate nicht verwechseln
Die große Zahl auf der Verpackung („bis zu … MB/s“) ist fast immer die Leserate. Sie bestimmt, wie schnell du Fotos und Videos auf den Computer kopierst. Für die Aufnahme zählt die Schreibrate – und die verlässlichste Angabe dazu sind die Klassensymbole U3, V30 und Co.
Welche Karte für welchen Zweck?
- Smartphone oder Tablet: microSDXC mit A2 (oder A1) und U3
- Action-Cam oder Drohne mit 4K: microSDXC mit U3 und V30
- Systemkamera, Fotos und Full-HD/4K-Video: SDXC mit U3 und V30; für schnelle Serienbilder lohnt sich UHS-II, wenn die Kamera es unterstützt
- 8K oder sehr hohe Bitraten: V60 oder V90, je nach Vorgabe des Kameraherstellers
- Spielekonsole: nach Vorgabe des Herstellers – die Nintendo Switch 2 setzt zum Beispiel für Spiele microSD-Express-Karten voraus
Tipps für den Alltag
- Formatiere eine neue Karte direkt im Gerät, in dem du sie nutzt – so passt das Dateisystem.
- Kaufe Speicherkarten nur bei Händlern, denen du vertraust: Gefälschte Karten geben oft eine größere Kapazität vor, als sie haben. Mit Prüfprogrammen wie H2testw kannst du die echte Kapazität testen.
- Wichtige Aufnahmen regelmäßig sichern – eine Speicherkarte ist kein Archiv.
Aktuelle SD- und microSD-Karten findest du in der Kategorie Speicherkarten, Objektive, Stative und weiteres Zubehör unter Foto & Video.